05.03.2020rss_feed

Rund 44.000 QS-Kontrollen für sichere Lebensmittel

 
Lebensmittel sollen nicht nur gut schmecken. Sie müssen auch frisch und sicher sein. Und weil wir nicht alles selbst anbauen und züchten können, brauchen wir verlässliche Kontrollen. Heutzutage existiert bei uns ein engmaschiges Netz staatlicher Systeme zur Lebensmittelkontrolle, und das QS-Prüfsystem sorgt für zusätzliche Sicherheit. Und auch als Verbraucher können wir dazu beitragen, Missstände bei Lebensmitteln zu beheben.

 


Der erste offizielle Lebensmittelkontrolleur war wahrscheinlich der so genannte Bierkieser. Mitte des 16. Jahrhunderts überwachte er in Deutschland das Reinheitsgebot beim Bier. Zum Beweis der guten Qualität des Bieres untersuchte er dessen Klebekraft: Er goss das Bier auf einen Hocker aus Holz und setzte sich mit seiner Lederhose darauf. Klebte beim späteren Aufstehen das Bier nicht wie gewünscht, setzte es harte Strafen.

Heute ist die amtliche Lebensmittelkontrolle Aufgabe der Bundesländer, Landkreise und Kommunen. Die zuständigen Stellen treffen grundsätzliche Entscheidungen, entwickeln Untersuchungsprogramme und koordinieren die Aktivitäten der Lebensmittel- und Veterinärüberwachungsbehörden in Städten und Landkreisen. Außerdem informieren sie in Krisenfällen die anderen Bundesländer und natürlich die Öffentlichkeit.

Wissenschaftliche Standards bilden die Basis

Neben den staatlichen Stellen führt QS – der führende Standardgeber für sichere und frische Lebensmittel – systematische Kontrollen durch. Grundlage dafür sind allerdings keine subjektiven Einschätzungen wie klebende Lederhosen, sondern wissenschaftliche Standards. Ziel von QS ist es, ein größtmögliches Maß an Sicherheit für Fleisch und Wurstwaren, Obst, Gemüse und Kartoffeln zu schaffen. Verbraucher können somit frischen Lebensmitteln tagtäglich vertrauen.

 


Lebenmittelkontrolle

 

In regelmäßig durchgeführten so genannten Systemaudits überprüft QS die Erfüllung aller notwendigen Anforderungen vom Futter- und Düngemittel bis zum Lebensmitteleinzelhandel. In potenziell kritischen Bereichen wie Schlacht- und Zerlegungsbetrieben ist die Frequenz an Kontrollen besonders hoch: Hier können Systemaudits im Abstand von nur sechs Monaten erfolgen. Bei Rinder- und Schweinehaltungsbetrieben beträgt das maximale Intervall drei Jahre.


Kontrolle ist gut – QS ist besser

Außer angekündigten Systemaudits werden unangekündigte Kontrollen durchgeführt

Außer angekündigten Systemaudits werden unangekündigte Kontrollen durchgeführt

Unabhängig davon werden zwischen den regulären, angekündigten Systemaudits bei 10 Prozent der teilnehmenden Erzeugerbetriebe unangekündigte Kontrollen, Spotaudits genannt, durchgeführt. Und auch die Arbeit der Zertifizierungsstellen und Auditoren selbst kommt bei QS auf den Prüfstand. Dazu werden Parallelaudits, Begleitaudits und unangekündigte Stichprobenaudits durchgeführt. In besonderen Fällen – in Verdachts-, Krisen- und Ereignisfällen – werden Sonderaudits durchgeführt. Diese erfolgen in der Regel ebenfalls unangekündigt und sollen jeweils den Tatbestand vor Ort ermitteln.

Das Ergebnis: Bei Ware mit dem QS-Prüfzeichen können sich Verbraucher über sichere frische Lebensmittel freuen.

Um das staatliche System, das oft stark belastet ist und zum Teil unter personellen Engpässen leidet, zu unterstützen, leistet QS wertvolle Arbeit. So haben beispielsweise die Veterinärämter – natürlich nach ausdrücklicher Zustimmung der QS-Betriebe – Zugriff auf QS-Auditindices für Tierhaltung und Biosicherheit. So können sie ihre Kontrollen bei den Erzeugern gezielter, schneller und effizienter durchführen.


Bei Mängeln in der Lebensmittelhygiene kommt es zu Bußgeldern oder sogar zu Freiheitsstrafen

Bei Mängeln in der Lebensmittelhygiene kommt es zu Bußgeldern oder sogar zu Freiheitsstrafen

Welche Strafen drohen bei Verstößen?

 

Ein effektives Kontrollsystem kommt nicht ohne Strafen aus. So kann es bei Mängeln in der Lebensmittelhygiene zu Bußgeldern bis zu 100.000 Euro kommen oder, in besonders schweren Fällen, zu Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren. Das Ordnungsamt kann außerdem die Betriebe bei einem Vergehen teilweise oder ganz schließen.

Auch das QS-Prüfsystem sieht Konsequenzen bei Abweichungen und Verstößen vor. So verhängte der Sanktionsbeirat im Jahr 2018 insgesamt 406 Vertragsstrafen für schwere Verstöße. Die gute Nachricht: gegenüber den beanstandeten Fällen zeigten die Audits in mehr als 43.800 Fällen, dass die Systempartner entsprechend der QS-Anforderungen arbeiten. Sämtliche Gelder aus den verhängten Vertragsstrafen fließen im Übrigen in den gemeinnützigen QS-Wissenschaftsfonds. Er fördert Forschungsprojekte und wissenschaftliche Untersuchungen in den Themenbereichen Lebensmittelsicherheit, Qualitätssicherung und Tierschutz.

 


aufmerksamer Verbraucher

Was kann ich als Verbraucher tun?

Auch Verbraucher können einen Beitrag zur Lebensmittelkontrolle leisten. Stellt man etwa bei einem Besuch im Supermarkt Mängel bei der Hygiene oder den Lebensmitteln selbst fest, sollte man das Personal im Markt umgehend darüber informieren. Ändert sich trotz Hinweis nichts, oder bei wiederholten Verstößen, kann man das örtliche Lebensmittelüberwachungsamt oder das Veterinäramt am Ort informieren.



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