22.05.2019rss_feed

Forschung macht uns fit für morgen

QS fördert die Wissenschaft, um die Lebensmittelbranche für die Zukunft zu stärken und neue Wege zu öffnen

Wie werden in Zukunft alle Menschen satt? Mit modernster Technologie erforschen Wissenschaftler, wie Lebensmittel sicherer und nachhaltiger produziert werden können. Verbesserte Standards helfen den Landwirten, frische Lebensmittel wie Fleisch oder Gemüse sicher und qualitativ einwandfrei zu erzeugen. QS beteiligt sich an solchen Forschungsprojekten zu Lebensmitteln und kooperiert mit Universitäten. Darüber hinaus fördert QS wissenschaftliche Projekte im Rahmen von zwei QS-Wissenschaftsfonds, um die Agrar- und Ernährungswirtschaft zu stärken und fit für die Zukunft zu machen.

In einer neuen Artikelserie berichten wir auf qs-pruefzeichen.de über die spannendsten Projekte und Forschungsergebnisse. In unserem ersten Artikel geht es um Pflanzenforschung und Kälberaufzucht.


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Kernspintomografie auch für Pflanzen

Anders als mancher Patient müssen sie auf einen Termin zur Kernspintomografie am Forschungszentrum Jülich nicht lange warten: Tomaten, Weizen und andere Pflanzen. Hier untersuchen Forscher ihre Wurzelsysteme und wollen herausfinden, wie sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten werden und sich an zukünftige Klimabedingungen wie Trockenheit oder Hitze besser anpassen können. Keine leichte Aufgabe. Damit allen Menschen genügend Nahrung zur Verfügung steht, muss in den 40 Jahren zwischen 2010 und 2050 etwa die gleiche Menge an Biomasse produziert werden, wie in der gesamten Menschheitsgeschichte zuvor. Doch die Fläche zur Produktion von Pflanzen kann nicht ohne Probleme weiter erhöht werden, sagen Experten wie Prof. Dr. Ulrich Schurr, Leiter des Instituts für Pflanzenwissenschaften im Forschungszentrum Jülich und Vorsitzender des QS Wissenschaftsfonds Obst, Gemüse, Kartoffeln.

High-Tech im Gewächshaus, Roboter im Feld

Züchter und Pflanzenbauer nutzen die Ergebnisse der Wissenschaftler, um mit modernsten Technologien ertragreichere Pflanzen zu züchten: Neben High-Tech im Gewächshaus kommen im Feld auch immer häufiger Drohnen, Roboter und vielfältige Digitalisierungsmethoden zum Einsatz. Parallel dazu will die Forschung auch Wege aufzeigen, wie neue Technologien wirtschaftlich, schnell und praktisch angewendet werden können. Damit Deutschland zukunftsfähig bleibt, müssen Wissenschaft und Praxis zusammenarbeiten. Genau hier setzen wir mit dem QS-Wissenschaftsfonds an. Er unterstützt Forschungsprojekte, die Wissenschaft und Praxis miteinander verzahnen und damit für Land- und Ernährungswirtschaft von großer Bedeutung sind, so QS-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Nienhoff.

Willkommen in der Praxis

Auch heute schon tragen die Ergebnisse aus wissenschaftlichen Projekten, die von QS gefördert wurden, in der Praxis zur Qualität frischer Lebensmittel bei. Zum Beispiel befassten sich in einer Studie der Freien Universität Berlin Wissenschaftler mit der Optimierung von Arbeitsabläufen in landwirtschaftlichen Betrieben für die Kälberaufzucht. Nach umfassenden Analysen entwickelten die Forscher Standard-Arbeitsanweisungen für die wichtigsten Prozesse der Kälberaufzucht. Außerdem erstellten sie eine Vorlage, mit der Landwirte für ihre Mitarbeiter ganz leicht Arbeitsanweisungen auf der Basis von Bildern erstellen können, um Missverständnisse zu vermeiden. Durch anschließende regelmäßige Kontrollen kann mit Hilfe solcher Standardverfahren eine hohe Qualität und Sicherheit direkt bei der Erzeugung der Lebensmittel gewährleistet werden.

Seite an Seite mit den Universitäten

Aktuell werden 14 Projekte aus den QS-Wissenschaftsfonds gefördert. Darunter sind Studien und Forschungsprojekte zu Tiergesundheit, Hygiene, Futtermittel sowie zu Obst und Gemüse. Seit 2012 haben die Fonds Forschungsgelder in Höhe von rund 878.000 Euro vergeben. Die Gelder für die QS-Wissenschaftsfonds stammen aus Sanktionszahlungen. Solche Zahlungen werden fällig, wenn QS-Partnerbetriebe verbindliche Standards nicht erfüllt haben und zu entsprechenden Sanktionszahlungen verurteilt werden. Bei 43.860 Kontrollen im Jahr 2018 waren das lediglich 406 Fälle, also weniger als 1 Prozent.

Darüber hinaus arbeitet QS eng mit führenden Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen, um neue Erkenntnisse im Bereich Lebensmittelsicherheit zu gewinnen und mit den Ergebnissen das QS-System kontinuierlich weiterzuentwickeln. Jüngstes Ergebnis ist eine Arbeitshilfe für Fleischbetriebe zur Vorbeugung gegen Listerien – die Bakterien können bei Risikogruppen wie älteren Menschen oder Schwangeren gravierende Infektionen auslösen. Ein weiteres Beispiel ist die Risikoampel für Geflügelhalter: Das Online-Tool hilft ihnen bei der Bewertung, ob ihr Betrieb gegen Gefahren wie die Geflügelpest geschützt ist, und welche Maßnahmen die Landwirte ergreifen sollten. Und nicht nur in großen Projekten, sondern auch in der täglichen Arbeit von QS spielen Wissenschaftler eine wichtige Rolle: Im Kuratorium bringen sie ihr Know-how ein und geben Impulse. Damit es nicht an Nachwuchs fehlt, fördert QS erstmals im Rahmen des Deutschlandstipendiums Studierende der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft an der Hochschule Osnabrück.

 


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