Immer mehr Verbraucher legen Wert auf qualitativ hochwertige Lebensmittel, deren Erzeugung die Natur so wenig wie möglich belastet. Eine gute Orientierungshilfe beim Einkauf ist das QS-Prüfzeichen – denn Nachhaltigkeitskriterien werden im QS-System regelmäßig kontrolliert und sind vor allem bei der Erzeugung von Obst und Gemüse wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung.


Aber wie genau funktioniert nachhaltige Erzeugung bei frischem Fleisch, Obst und Gemüse? Welche Maßnahmen ergreifen die Partner im QS-System, damit Kunden im Supermarkt mit gutem Gewissen zugreifen können?

Stichwort: Nachhaltigkeit Ursprünglich stammt der Begriff aus der Forstwirtschaft: Es sollte nur so viel Holz geschlagen werden, wie durch Aufforstung nachwachsen kann. Das ist langfristig gedacht und lässt sich auf die Herstellung von Lebensmitteln übertragen. Ziel ist es, alle Ressourcen so einzusetzen, dass die Bedürfnisse heutiger Generationen befriedigt werden können – ohne dass kommende Generationen sich einschränken müssen. Dabei ist nachhaltiges Handeln nicht nur ökologisches Handeln, auch soziale und wirtschaftliche Aspekte müssen berücksichtigt werden.

Anforderungen zum Tier- und Umweltschutz sind ein wichtiger Teil der Qualitätssicherung im QS-Prüfsystem, das umfassende Kontrollen bei Produktion und Vermarktung von frischem Fleisch, Obst und Gemüse umsetzt – bis in den Lebensmitteleinzelhandel. Die am Prüfsystem teilnehmenden Lebensmittelhändler sind zum Beispiel verpflichtet, ihr Lager- und Abfallmanagement genau zu dokumentieren: Wird alles korrekt gelagert? Wird der Müll sauber getrennt? Was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat? Hygienisch einwandfrei und bei der richtigen Temperatur gelagert, bleiben Lebensmittel länger frisch – und so entsteht gleichzeitig weniger Abfall, im Supermarkt und bei Ihnen zu Hause. Nachhaltigkeit beginnt allerdings nicht erst im Lebensmitteleinzelhandel. Schon während der Herstellung und Verarbeitung von Fleisch, Obst und Gemüse muss auf ein ausgewogenes Gleichgewicht von Mensch, Tier und Umwelt geachtet werden. Wird so gewirtschaftet, dass auch langfristig gute Ernten erzielt werden können? Wird in der Tierhaltung auf die Einhaltung von Tierwohlkriterien geachtet? Ist die Qualität der Lebensmittel für den Verbraucher gesichert?

Stichwort: Nachhaltigkeit in der Praxis Für Landwirte und Erzeuger im QS-System bedeutet nachhaltiges Handeln nicht nur sparsam mit Energie und Wasser umzugehen. Es umfasst zum Beispiel auch eine ressourcenschonende Flächennutzung und eine tiergerechte Haltung. Wann immer möglich, verzichten die Systempartner auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Kurz: Sie achten darauf, mit den Ressourcen der Natur, ihrer Existenzgrundlage, so zu haushalten, dass sie auch langfristig erfolgreich wirtschaften können.

Unabhängige Prüfer im QS-Prüfsystem kontrollieren regelmäßig das Wasser- und Abfallmanagement, die ressourcenschonende Bewirtschaftung der Böden, den integrierten Pflanzenschutz und die tiergerechten Haltungsbedingungen in den QS-Betrieben. Die umfassenden Kontrollen stellen auch sicher, dass Boden und Grundwasser geschont werden. Als Pflanzenschutz- und Düngemittel dürfen nur durch QS zugelassene Mittel verwendet werden, deren fachgerechte Anwendung exakt dokumentiert wird.

Dr. Alexander Hinrichs, Koordinator der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit im QS-System: "Wie kann eine Lebensmittelproduktion aussehen, die die Nachfrage einer wachsenden Weltbevölkerung deckt und gleichzeitig in Einklang mit Mensch, Tier und Umwelt steht? Um diese Frage fundiert beantworten zu können, haben wir gemeinsam mit den Wirtschaftsbeteiligten eine wissenschaftliche Arbeit in Auftrag gegeben. Es geht um Nachhaltigkeit – vom Landwirt bis zur Ladentheke.